Kehrichtverbrennungsanlage Trimmis

Jahr
2004
Bauherr
GEVAG, Gemeindeverband Abfallentsorgung Graubünden
Architekt

Die KVA Trimmis wurde um zwei grosse Bauwerke, eine neue Ofenhalle und ein DeNOx-Gebäude, erweitert.

Um auch bei künftigen Umnutzungen und Umbauten eine hohe Flexibilität zu gewährleisten, wurde die neue Ofenhalle auf einen Betontisch gesetzt, der als Brückenplatte bezeichnet werden kann. Die Spannweite in Querrichtung beträgt knapp 12 m, die Gesamtlänge über 50 m und die mittlere Plattenstärke ca. 60 cm. Der Tisch ruht auf massiven Betonstützen, deren Abstände zwischen 3,6 m und 10 m variieren. Der stärkst belastete Pfeiler trägt eine maximale Last von etwa 4000 kN.

Auch die daraufstehende, neue Ofenhalle weist eindrückliche Abmessungen auf: eine Breite von 12 m, eine Länge von etwa 30 m und eine Höhe von über 27 m. Die langen Kastenstützen aus Stahl stellten zudem hohe Anforderungen an die Montage.

Die neue Ofenlinie erforderte einen Ausbau der Rauchgasreinigungsanlage und damit auch die Erweiterung des bestehenden DeNOx-Gebäudes. Dazu wurde ein rucksackartiger Anbau mit einer statisch anspruchsvollen Abfangkonstruktion aus stahlverstärkten Betonscheiben erstellt, um den Vorplatz frei zu halten. Der Neubauteil mit einer Grundfläche von 6,3 m x 15,6 m besteht bis zum 3. OG aus Beton, darüber steht mit über 29 m Höhe wiederum eine hohe Stahlkonstruktion, welche die neuen Teile der Verfahrenstechnik vor der Witterung schützt.

 

Beide Neubauten sind auf einer gemeinsamen Bodenplatte fundiert. Unter dem Ofenhaus weist diese eine Stärke von 35 cm auf und ist entlang den Rändern sowie in Querrichtung mit Riegeln von 90 cm verstärkt. Unter dem DeNOx-Gebäude variiert die Stärke der Bodenplatte von 68 cm bis 80 cm; im Bereich der stahlverstärkten Betonscheiben ist sie um zusätzliche 47 cm verstärkt.

Der anstehende Baugrund besteht ab ca. 2 m unter OK Terrain aus glazial vorbelasteten Schichten des Rheinschotters mit einer sehr guten Tragfähigkeit. Die Belastungen durch den Neubau führen zwar zu recht geringen Bodenpressungen, aber beim Ofenhaus zu grossen Verformungen. Um diese auf ein annehmbares Mass zu beschränken, wurde die Bodenplatte mit Mikropfählen von 10 m Länge an einzelnen Stellen unterstützt.

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